Arbeiterwohlfahrt
Kreisverband Witzenhausen e.V.
Der Kreisverband Witzenhausen konnte am 24. März 1996 auf eine 50-jährige umfassende sozialpolitische Arbeit zurückblicken. Ein kurzer geschichtlicher Rückblick auf diesen Zeitraum, insbesondere aber auch auf die Frauen und Männer, die sich seit der Gründung um die Entwicklung und Fortführung der Aufgaben und Ziele des Kreisverbandes bemüht haben, sei daher erlaubt.
Der bereits am 13. Dezember 1919 in Berlin unter Leitung von Marie Juchacz gebildete Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt führte in Witzenhausen bis zum Ende des 2. Weltkrieges nicht zur Bildung eines örtlichen Ausschusses, da die wohlfahrtspflegerischen Aufgaben von anderen Organisationen und Institutionen wahrgenommen wurden.
Aber nach dem 2. Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen verstärkte sich der Ruf nach einem Ausschuss der Arbeiterwohlfahrt in Witzenhausen, der dann auch zur Bildung einer örtlichen Organisation der Arbeiterwohlfahrt führte.
Nach der Gründung im Jahr 1946 waren folgende Freunde und Helfer aktive Mitglieder des Arbeitsausschusses: Fritz Heise, Albert Eggebrecht, Konrad Bischoff, Heinz Börger, Franz Jatho, Fritz Jatho, Georg Matthias, Christian Meister, Ernst Vilmar, Heinrich Wenzel und Theo Weix.
Keinesfalls vergessen werden dürfen an dieser Stelle die Namen der Frauen, auf deren Schultern die Wohlfahrtstätigkeit der Witzenhäuser Arbeiterwohlfahrt in den Gründungsjahren insbesondere ruhte: Magdalena Leismann, Käthe Groeninger, Martha Heine, Luise Lackner, Elisabeth Heise, Marie Eckel, Charlotte Spring, Martha Graupner, Käthe Jatho und Elisabeth Gerstenberg.
In den vier Städten des früheren Landkreises Witzenhausen wurden in 1946 Ortsvereine gegründet. Dieser Kreis der Ortsvereine erweiterte sich in den Jahren 1986 bzw. 1987 um zwei weitere Ortsvereine, die in den Witzenhäuser Stadtteilen Hundelshausen und Ermschwerd entstanden. In diesen sechs Ortsvereinen gibt es ein sehr aktives Vereinsleben. Regelmäßige Seniorenbetreuung, Alten- und Sozial-beratung, Krankenbesuche, Hilfe und Unterstützung in besonderen Notlagen gehören dazu, wie auch gesellschaftliche Veranstaltungen, z.B. Kaffeenachmittage, Ausflugsfahrten, Wanderungen, Sommerfeste und Weihnachtsfeiern.
Das Zusammenleben der Menschen in den dörflichen Bereichen hat eine enge Kontaktpflege zur Folge, die von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in hervorragender Weise wahrgenommen wird.
In den 50 Jahren seit der Gründung war die Tätigkeit des Kreisverbandes geprägt von der Fürsorge für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Der Kreisverband hat aber im letzten Jahrzehnt verstärkt auch die Verpflichtung erkannt, für die Kinder in unserem Bereich etwas tun zu müssen. Dies hat in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kommunen zur Einrichtung und den Betrieb von 6 Kindergärten geführt, in denen 330 Kinder Aufnahme und sozialpädagogische Betreuung gefunden haben.
Neben den vielfältigen Aktivitäten in den Ortsvereinen unterhält der Kreisverband ein eigenes Alten- und Pflegeheim, das am 6. Dezember 2003 auf ein 40-jähriges Bestehen in Witzenhausen zurückblicken konnte.
Der Kreisverband Witzenhausen wurde seit seiner Gründung von folgenden ehrenamtlichen Vorsitzenden geleitet:
Fritz Heise, Heinz Börger, nach dem Tod von Heinz Börger im Jahr 1983 übernahm Fritz Warnke den Vorsitz im Kreisverband. Fritz Warnke hat sich während seiner Amtszeit
intensiv um die Fortentwicklung des Kreisverbandes bemüht. Insbesondere die Aktivitäten im Kindergartenbereich und die Schaffung einer Kleider- und Möbelstube für Sozialhilfeempfänger und andere Einwohner mit geringem Einkommen sind auf
seinen unermüdlichen Einsatz zurückzuführen, diese Art wird in vorbildlicher Art seit dem Jahr 2006 von Günter Engel fortgeführt.
Alten- und Pflegeheim
Die Arbeiterwohlfahrt - Kreisverband Witzenhausen e.V. ist seit dem Jahr 1946 der Träger und Betreiber eines Alten- und Pflegeheimes. Eine kurze Chronologie soll die Entwicklung und die wichtigsten Fakten des Hauses darstellen:
Durch die Zunahme der Heimatvertriebenen - insbesondere der älteren Menschen - wurden 1946 durch den Flüchtlingskommissar (Fritz Heise, später der Gründungsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Witzenhausen) des damaligen Kreises Witzenhausen verschiedene „Flüchtlingsaltenheime“ eingerichtet. Nach kurzer Zeit - noch im Jahr 1946 - wurden diese Heime zum Teil wieder aufgelöst oder den „Freien Wohlfahrtsverbänden“ übergeben, so auch das Haus Giesenhagen in Großalmerode an die Arbeiterwohlfahrt. Nach Aufhebung der Beschlagnahme nach Besatzungsrecht wurde dieses Haus durch die Arbeiterwohlfahrt angemietet. Die bauliche Substanz war unzureichend, auf Grund dieser Tatsache wurde eine eigene Einrichtung geplant und errichtet. Die Einweihung des Neubaus - nunmehr in Witzenhausen - erfolgte am 6. Dezember 1963. Von Giesenhagen zogen die 23 Heimbewohner in den Neubau mit 78 Heimplätzen, davon 11 Pflegeplätze. Entscheidend geprägt wurde die Entwicklung des Hauses durch den langjährigen Heimleiter Martin Brübach.
In den 70-er Jahren wurden verschiedene Erweiterungen durchdacht, aber nicht realisiert. Der Mehrbedarf und die geänderten Ansprüche an die Ausstattung von Pflegeplätzen
führte in den Jahren 1979/1980 zum Bau der neuen Pflegeabteilung. Diese wurde am 20. August 1981 eingeweiht.
Angleichung an den tatsächlichen Bedarf - insbesondere durch gestiegene Pflegebedürftigkeit - führte dazu, daß das Haus zu
diesem Zeitpunkt über 28 Pflegeplätze verfügte. Schrittweise werden in den folgenden Jahren alle noch vorhandenen 16 Doppelzimmer in Einzelzimmer umgewandelt. Seit 1985 werden die Bewohner des Hauses ausschließlich in Einzelzimmern betreut.
Eine umfangreiche Flachdachsanierung in Satteldächer und die Erhöhung des vorbeugenden baulichen Brandschutzes waren Teile eines 3. Bauabschnitts. Wesentlichster Teil dieser Baumaßnahme war jedoch der Bau und die Inbetriebnahme einer eigenen Abteilung für aktivierende, rehabilitive und soziale Betreuung. Diese Maßnahme konnte im Herbst 1991 abgeschlossen werden.
Seit dem Jahr 1992 werden in einzelnen Bauabschnitten alle Fenster erneuert. Stetige Investitionsplanung und Umsetzung gleichen das Haus geänderten Ansprüchen und Anforderungen an.
In den Jahren 2001 und 2002 wurde das Haus in einem 1. großen Abschnitt vollkommen neu gegliedert. Es entstand der Bereich „Betreutes Wohnen“.
Erholungsmaßnahmen
Im Sommer eines jeden Jahres führt der Kreisverband Erholungsmaßnahmen für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger durch. Diese zwei- bzw. dreiwöchigen Erholungsaufenthalte,
die sich großer Beliebtheit erfreuen, sind in verschiedenen Erholungsorten, in der Regel auch mehrmals hintereinander am selben Ort, durchgeführt worden. Die Erholungsmaßnahmen fanden in folgenden Orten statt:
Benediktbeuren, Golling,
Bad Königshofen, Bad Soden-Salmünster und Zell bei Bad König, Oberhammersbach, Bad Hönningen und Isny.
Darüber hinaus werden Freundinnen und Freunde der Arbeiterwohlfahrt in jedem Jahr zu einer ein- oder mehrtägigen Ausflugsfahrt eingeladen. Die Teilnehmer an diesen
Ausflugsfahrten, die in den letzten Jahren u.a. Bremen, Wernigerode, Dortmund (Bundesgartenschau), Leipzig, Berlin und Hamburg zum Ziel hatten, denken immer gern an diese gemeinsamen Unternehmungen zurück.
Kreistreffen
In jedem Jahr treffen sich zu Großveranstaltungen etwa 300 Mitglieder des Kreisverbandes. Diese traditionellen Kreistreffen finden jeweils im Sommer im Wechsel in den Städten Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen statt.
Bei dem jährlichen Kreistreffen, das immer mit einem unterhaltsamen Programm aufgelockert wird, werden langjährige Mitglieder und ehrenamtlich Tätige, sowie besonders
erfolgreiche Werber geehrt und die umfangreichen Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.
Schulung und Fortbildung
Die ehrenamtliche Mitarbeit der Mitglieder ist das Fundament der Arbeiterwohlfahrt. Dies erfordert natürlich, daß die ehrenamtlich Tätigen in die Lage versetzt werden, ihre
Aufgaben ausreichend erfüllen zu können. Diesem Zweck dienen die regelmäßig angebotenen Schulungsveranstaltungen, die neben Informationen über den Rahmen der Alten- und Sozialberatungen hinaus auch spezielle Fragen aus dem
Sozialhilferecht, dem Renten- und Erbrecht, der Pflegeversicherung, aber auch Themen wie „gesunde Ernährung im Alter“ oder „Verkehrsgefahren für ältere Menschen“ behandelt.
Sozialarbeit - Sozialberatungen
In Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Eschwege der Arbeiter-wohlfahrt sind in den vergangenen Jahren durchgeführt worden:
Einrichtung und Betrieb von Kindergärten
Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den jeweils zuständigen Bürgermeistern hat sich der Kreisverband in verstärktem Maße mit Erfolg dafür eingesetzt, in den Städten Großalmerode, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen durch Neubauten, Umbauten und Erweiterungen die Kindergartensituation zu verbessern. Insbesondere wurde das Angebot an Kindergartenplätzen nicht unerheblich vergrößert und - was der Kreisverband für außerordentlich bedeutsam gehalten hat - durch Einrichtung von integrativen Gruppen in Walburg und Großalmerode auch behinderten Kindern die Möglichkeit zum Kindergartenbesuch eröffnet.
Folgende Kindergärten werden im Kreisteil Witzenhausen von unserem AWO-Kreisverband betrieben:
Stadt Hessisch Lichtenau
Der Kindergarten Walburg ist am 2.11.1990 mit drei Kinder-gartengruppen, davon eine integrative Gruppe, eröffnet worden. Er hat Platz für
65 Kinder. Der Kindergarten Walburg wurde durch einen Erweiterungsbau um eine 4. Gruppe für 25 Kinder vergrößert.
Stadt Witzenhausen
Im Stadtteil Gertenbach wurde am 9.9.1991 ein neuer Kindergarten in Betrieb genommen. Der Kindergarten kann in zwei Gruppen 50 Kinder aufnehmen.
Stadt Großalmerode
Alle Kindergärten der Stadt Großalmerode werden durch die Arbeiterwohlfahrt unterhalten und betrieben. Dabei handelt es sich um folgende
Kindergärten:
Großalmerode – Kernstadt
Kindergarten Großalmerode I, Rote Schule, eröffnet am 11.12.1989 mit zwei Gruppen, in denen 50 Kinder betreut werden können.
Kindergarten Großalmerode II, Mühlenstraße, übernommen am 1.1.1991. Dieser Kindergarten wurde in den Jahren 1993 und 1995 umgebaut und modernisiert. In diesem dreigruppigen Kindergarten werden 65 Kinder betreut und gefördert, davon 15
Kinder in einer integrativen Gruppe.
Stadtteil Laudenbach
Durch den AWO - Kreisverband wurde in 1994 ein neuer Kindergarten gebaut und am 1.11.1994 seiner Bestimmung übergeben. In dem zweigruppigen
Kindergarten können 50 Kinder aufgenommen werden.
Stadtteil Rommerode
Ein neuer Kindergarten wurde in 1995 in Rommerode durch den AWO - Kreisverband gebaut und am 8.12.1995 in Betrieb genommen. Er hat zwei
Gruppen, in denen 50 Kinder betreut werden können.
Der Kreisverband Witzenhausen der Arbeiterwohlfahrt hat sich in den letzten Jahren in unserem ländlichen Raum zu einem bedeutsamen Arbeitgeber entwickelt, dies wird aus der
Übersicht an anderer Stelle dieser Broschüre erkennbar.
Kleider- und Möbelstube Hundelshausen
Für Einwohner mit geringem Einkommen wurde am 15.12.1995 eine Kleider- und Möbelstube im Stadtteil Hundelshausen in Betrieb genommen, die seit ihrer Eröffnung immer stärker frequentiert wird. Zur Einrichtung der Kleider- und Möbelstube wurde das Raiffeisenlagergebäude in Hundelshausen vom Kreisverband erworben und unter Leitung des Projektleiters Horst Höck umgebaut. Die Kleider- und Möbelstube wird von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus den Ortsvereinen Großalmerode, Hundelshausen und Witzenhausen betreut.


Kreisverband
Witzenhausen e. V.

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